Yohan Castaing im April 2026:
Weniger unmittelbar zugänglich als La Mission Haut-Brion, zählt der 2023 Haut-Brion zu den kraftvollsten und tiefgründigsten Weinen des Sortiments und offenbart Aromen von Cassis, Gewürzen, Bleistiftmine, Enzian und dunklen Beeren. Mittel- bis vollmundig, tief und konzentriert, ist er fleischig und zugleich nahtlos, ausgestattet mit bemerkenswerter Energie und Ausdauer. In diesem Jahrgang tritt das Terroir mit ungewöhnlicher Klarheit hervor und ergibt einen Haut-Brion, der zugleich rassig und präzise ist.
James Suckling im Dezember 2025:
Solch eine Transparenz und Schönheit, mit Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren, Blaubeeren und Bleistiftspänen in Nase und Gaumen. Vollmundig mit feinkörnigen Tanninen, die den Mund ausfüllen und ihm eine samtige, sehr feine Textur verleihen. Subtiler, knackiger Nachhall von Brombeeren und Waldbeeren. Exquisit. 52,3 % Merlot, 38,6 % Cabernet Sauvignon und 9,1 % Cabernet Franc. Trinkreif ab 2029.
97,5 Punkte von Antonio Galloni im März 2026:
Der Haut-Brion 2023 ist ein Wein von Zurückhaltung und Kraft. Normalerweise deutlich kräftiger und geheimnisvoller, präsentiert sich der 2023er Haut-Brion als stiller Aristokrat. Intensive Aromen von dunkelroten Früchten, Blutorange, Granatapfel, Gewürzen, neuem Leder und Weihrauch verleihen diesem eleganten, unaufdringlichen Grand Vin bemerkenswerte Komplexität und Nuancen. Ich gehe davon aus, dass der 2023er mit der Zeit an Fülle und Körper gewinnen wird. Ich würde mir nicht im Traum einfallen lassen, in nächster Zeit eine Flasche anzurühren.
Im Februar 2026 notiert Neal Martin:
Der Haut-Brion 2023 besticht durch seine exquisite Reinheit in der Nase mit üppigen Aromen von Brombeere, Nelke, Pfingstrose und schwarzer Olive. Wunderbar differenziert, die Eichenholznoten sind wie gewohnt nahtlos integriert. Am Gaumen präsentiert er sich mittelkräftig mit etwas mehr Struktur als der La Mission. Vielleicht auch einen Hauch mehr Salzigkeit. Der Abgang ist sehr kontrolliert und fokussiert, nichts Aufdringliches oder Überzogenes, aber seine Präzision verdient Bewunderung.
100 Punkte gibt Lisa Perrotti-Brown | The Wine Palate im April 2026:
Der Haut-Brion 2023, eine Cuvée aus 52,3 % Merlot, 38,6 % Cabernet Sauvignon und 9,1 % Cabernet Franc, präsentiert sich mit einem pH-Wert von 3,70 und einer tief granatroten Farbe. Anfangs ist er recht verschlossen und benötigt viel Geduld beim Schwenken, um Aromen von Pflaumenmus, Schwarzkirschkompott und wilden Heidelbeeren freizusetzen. Darauf folgen duftende Anklänge von Pfingstrosen, zerstoßenen Steinen, Rosenknospentee und Lakritz, abgerundet durch einen Hauch von Holzrauch. Am Gaumen entfaltet sich ein mittelkräftiger bis vollmundiger Körper mit komplexen Aromen von schwarzen und blauen Früchten, die mit atemberaubender Energie im Mund tanzen und tanzen. Unterstützt wird der Wein von einer wunderbar erfrischenden Struktur und akzentuiert durch erdige und exotische Gewürznoten. Der Abgang besticht durch ein solides Gerüst aus sehr festen, reifen und feinkörnigen Tanninen und ein atemberaubendes Feuerwerk an Mineralien, Blüten und Gewürzen.
Jeb Dunnuck im März 2026:
Mit einer Auflage von rund 8.333 Kisten besticht der Château Haut-Brion 2023 durch sensationelle Aromen von schwarzen Johannisbeeren, gerösteter Erde, Graphit und den klassischen, von einem kühlen Kaminfeuer geprägten Nuancen, die dieses magische Weingut auszeichnen. Am Gaumen präsentiert er sich mittelkräftig bis vollmundig und konzentriert, mit ultrafeinen, aber dennoch präsenten Tanninen, einem tiefen, vielschichtigen Mundgefühl und einem großartigen Abgang. Dieser brillante Haut-Brion verdient ein Jahrzehnt Flaschenreife und kann in kühlen Kellern über 40 Jahre reifen. Trinkempfehlung: 2035–2075.
99 Punkte auch von Georgina Hindle im Januar 2026:
Ein dunkler, kräuteriger Duft mit Noten von dunkler Schokolade, Tabak und schwarzer Johannisbeere, aber auch viel floraler Anklänge. Saftig und lebendig, mit einer guten Textur, fast schon samtig und spritzig, mit viel Körper und breiter Anziehungskraft. Großartige Säure mit süßen, an Kompott erinnernden Erdbeernoten und einer kühlenden, minzigen Mineralität. Großzügig und sättigend, aber dennoch verspielt – ein Wein, in den man sich sofort verliebt: so makellos, saftig, vollmundig, rund und einladend. Erstklassig, mit perfekter Reife. Er hat noch viel Potenzial, ist aber schon jetzt so leicht zu trinken.