Sechs kleinere Parzellen, alle in der Region Meursalt, dazu mehr als 30 Jahre alte Reben. Das stellt die Grundlage für diesen strohgelben Chardonnay dar. Die Appelation "Bourgogne Cote d´Or" ist noch recht neu, erst 2017 eingeführt. Eigentlich handelt es sich nicht um eine vollständig eigenständige Appellation, sondern um eine „Dénomination Géographique Complémentaire“ – eine ergänzende geografische Bezeichnung innerhalb der regionalen AOC Bourgogne.
Das Weingut düngt seit Anfang der 90er Jahre biologisch und ist seit mehr als 10 Jahren vollständig auf Bio umgestiegen. Kleine Erträge, viel Natur, nach dem Motto "die Qualität des Weines entsteht im Weinberg" und die Liebe zur Region zeichnen die Herstellung aus. Der Wein bleibt fast 2 Jahre im Holz, allerdings nicht im Barrique, sondern in mittelgroßen Gebinden. Geschmacklich zeigt er sich sehr dicht und fruchtbetont, cremiger Apfel kommt sofort in den Sinn, abr auch weißer Pfirsich und florale Noten. Etwas atmen lassen und nicht zu kalt trinken.
Verkostungsnotiz von Sebastian Bordthäuser (August 2025):
Farbe: Blassgelb mit grünen Reflexen und silbern auslaufendem Rand.
Nase: Der 2023 Bourgogne Côtes d’Or blanc Vieilles Vignes von Remi Jobard ist in der Nase enorm facettenreich und birst quasi vor Aromenfülle. Kühles, knackiges Kernobst wie Äpfel und Nashi-Birnen mischen sich mit feinen zitrischen Noten, saliner Mineralik und würzig-herben Kräutern. Zitronenblüte, Austernschalen und nasse Tafelkreide oszillieren zwischen Sauerampfer und Kerbel.
Mund: Druckvoll mit großer Vibration im Antrunk ist er vom ersten Schluck an präsent: mit anständigem Bass am Gaumen wird er aromatisch befeuert vom satten Extrakt, der die Frucht der Nase spiegelt, unterlegt von ätherischen Noten nach Anis und Estragon. Die profunde Mineralik spielt der reifen Säure und dem zarten Gerbstoff in die Hände und sorgt für geradezu überflüssigen Trinkzug.