Animierender Moselriesling aus Pünderich
Die Trauben für den Weingut Clemens Busch 2024 Riesling vom roten Schiefer VDP.Ortswein Mosel wächse zum größten Teil in der Parzelle „Rothenpfad“, einer südöstlich ausgerichteten Steilstlage im Bereich der Top-Lage Marienburg. Der Boden ist sehr leicht und besteht überwiegend aus sehr weichem, verwittertem roten Ton-Schiefer. Ein Teil der Trauben stammt aber auch aus der Lage Nonnengarten, die westlich unterhalb der Marienburg liegt. Auch hier dominiert der rote Schiefer (eine Parzelle trägt den traditionellen Namen „Rote Ader“), der Boden ist stärker durchwachsen und etwas schwerer. Diese beiden Typen ergänzen sich optimal und bilden daher seit dem Jahrgang 2003 die Grundlage für en Riesling vom roten Schiefer.
Die Trauben wurden Ende Oktober geerntet, sanft gepresst und spontan im alten Eichenfass (Fuder) vergoren. Im kühlen Keller dauert die Gärung oft bis zum Sommer. Die entsprechend lange Reifezeit auf der Hefe gibt unserem Riesling eine tolle Struktur und ein sehr gutes Reifepotenzial.
Stephan Reinhardt schreibt im Mai 2026:
Der 2024er Pündericher Riesling vom roten Schiefer präsentiert sich mit einem intensiven, eher gehaltvollen und cremig anmutenden Bouquet aus reifen Früchten und fein verwitterten Schiefernuancen, durchzogen von Jodnoten. Da er aus der Parzelle mit rotem Schiefer in der Marienburg stammt, besitzt er einen sinnlicheren Charakter als sein Pendant vom grauen Schiefer und ist bereits jetzt ein Genuss. Am Gaumen saftig und angenehm, dabei geprägt von kristalliner Säure und dem typischen Griff des Schiefers, ist dies ein fülliger, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassender Riesling mit salinem Abgang. Angegebener Alkoholgehalt: 11 %. Naturkorken. Verkostet auf dem Weingut im März 2026.
wein.plus beschreibt den Weingut Clemens Busch 2024 Riesling vom roten Schiefer VDP.Ortswein Mosel so: "Kühle, etwas pflanzliche Zitrus-Pfirsichnase mit hefigen Spuren, nussigen und floralen Anklängen sowie einem Hauch dunkler Beeren. Feinsaftige, leicht süßliche Frucht, lebendige, feine Säure, pflanzliche, nussig-hefige und mineralische Töne, zarter Griff, gute Nachhaltigkeit, rauchige Anklänge, erneut eine Spur dunkler Beeren, recht deutliche Mineralik, sehr guter Abgang." Und der Eichelmann 2026 fasst zusammen: "vibrierend und herrlich saftig, durchaus anspruchsvoll und mit einer leicht warm wirkenden Würze ausgestattet ist der Riesling vom roten Schiefer."
Verkostungsnotiz von Christina Hilker (April 2026):
Farbe: Helles, funkelndes Goldgelb mit deutlichen grünen Reflexen.
Nase: Der 2024er Riesling „vom roten Schiefer“ präsentiert sich mit intensiven Aromen von Weinbergs Pfirsich, Orange, roten Äpfeln und getrocknete Aprikosen. Begleitet wird das Ganze von Aromen, die an Honig, Ingwer und Kardamom erinnern, ein noch jugendlicher und zugleich komplexer Auftakt.
Gaumen: Am Gaumen wirkt er saftig, mit belebender Säure, pfeffriger Würze und Gripp, sein moderater Alkohol beflügelt die Sinne, Noten von Grapefruit und grüner Apfel im langen Nachhall regen mit jedem Schluck zusätzlich an. Ein Wein, der Zeit zum Reifen einfordert, denn er ist ein echter Langstreckenläufer, der seine Vielschichtigkeit richtig schön in ein-zwei weiteren Jahren zeigen wird.