Wunderbares Bouquet an Aromen von Zitrusfrüchten und grünem Apfel, leichte Rauchigkeit
Stephan Reinhardt zum Weingut Clemens Busch 2024 Riesling Marienburg GG Mosel (Mai 2026):
Der 2024er Pündericher Marienburg GG präsentiert sich tiefgründig, raffiniert und mineralisch-steinig in der Nase – elegant, präzise, salzig und von Zitrusnoten geprägt; trotz seiner Jugend wirkt er bereits äußerst ansprechend und animierend. Am Gaumen zeigt er sich rund, raffiniert und sehr elegant, mit feiner Säure und schöner Balance. Es ist ein vollmundiger, dichter, lebendiger, salziger und von Schiefernoten geprägter Riesling mit herrlich attraktiver Frucht im harmonischen und zugleich spannungsgeladenen Abgang. 12 % Alkoholgehalt. Naturkorken. Verkostet auf dem Weingut im März 2026.
James Suckling bewertet im August 2025:
Elegant und mittelkräftig, dabei kompakt und voller Noten von Lakritz und Wildkräutern – ein beeindruckender Wein aus dem anspruchsvollen Jahrgang 2024. Der Abgang mag für manche etwas zu straff ausfallen, doch ich liebe die Energie sowie die Frische von Zitronen- und Limettenschale. Aus biodynamischem Anbau (Respekt-Zertifizierung). Jetzt trinken oder lagern.
Anne Krebiehl MW im August 2025:
Der 2024er Riesling Pündericher Marienburg Großes Gewächs stammt von einer Parzelle mit Grauschiefer unterhalb der Burg. Steinige Noten und ein Hauch von Reduktion sorgen für eine betörende Nase. Am Gaumen präsentiert sich der Wein bereits als wunderbare Einheit aus steiniger Mineralität, Schiefercharakter sowie reifer, straffer und saftiger Zitrone. Er besticht durch eine herrlich klare Linearität und entwickelt auf seinem schlanken Körper einen wunderbaren Zug und viel Schwung. (knochentrocken) 2028–2060.
und ein PLUS. Tasting vom 14.11.2025: Ulrich Sautter:
Konzentrierter Duft, vielschichtig: erst zarte Zitrusnoten mit Mandarine und süßer Grapefruit, von Fruchtfleisch bis zum Abrieb, dann Steinobst, über allem liegt eine ätherisch hallende Schieferwürze. Setzt am Gaumen stoffig an, glockenklare Frucht, pikante Säure, zarte Phenolik, wirkt besonders jung.
Das Mosel Fine Wine Magazine schreibt im September 2025:
„Der Marienburg GG 2024 – so die Bezeichnung auf dem Hauptteil des Etiketts – wurde spontan in traditionellen Eichenfässern vergoren. Er präsentiert sich mit einer komplexen und intensiven Nase, geprägt von Noten minziger Kräuter, Rauch, Anis, Thymian, Feuerstein, Kiefer und Grüner Minze. Am Gaumen zeigt sich der Wein geradlinig und lebendig, dabei äußerst fokussiert und mit einer animierenden Frische. Die Struktur ist eher leicht, doch im sehr langen Abgang treten eine ausgeprägte Präzision und eine beachtliche Extraktfülle hervor. Der Nachhall ist reich an frischen, spritzigen Nuancen, allen voran Limette. Ein beeindruckender trockener Riesling, der Leichtigkeit und Tiefe auf hervorragende Weise vereint. 2030–2039“
Verkostngsnotiz von Marian Henß (November 2025):
Farbe: Ein helles, filigranes, weiß schimmerndes Strohgelb mit zartgrünen Reflexen.
Nase: Die Marienburg zeigt sich als Großes Gewächs in einer deutlich vertieften, erhabenen Ausprägung dessen, was die Ortsweine bereits andeuten. Auf grauen Schieferböden gewachsen, bildet ein dunkles, kühles, fast mystisches Aromengerüst das Fundament. Nussige Noten ziehen sich durch den Duft: Marzipan, Kirschkerne, Pfirsichsteine und Mandelkerne – alles mit einer feinen, intensiven Tiefenwürze versehen. Die Frucht wirkt kompakt und reif, geleitet von Pfirsich und Mirabelle, gelbfruchtig, saftig, dabei jedoch immer wieder mit einem kaum definierbaren Einschlag, der zwischen Rot und Blau changiert, ohne konkret zu werden. Das Dunkle und Erhabene gewinnt durch reduktive Anklänge, kühlen Stein, Nässe und Schiefer an Kraft. Kräuter bestimmen das Bild prägnant: Brennnesseln sowie getrocknete Kräuter wie Majoran, Estragon und Petersilie tragen zu einer feinen herben Tiefe bei. Insgesamt steht die Marienburg ruhig, konzentriert und hochpräzise im Glas.
Gaumen: Am Gaumen wirkt das Große Gewächs unmittelbar griffig und klar strukturiert. Der Wein packt zu, wirkt fast austrocknend durch seine Adstringenz, seine bitterstoffgeprägte Phenolik und die perfekt integrierte, gleichzeitig hoch stehende Säure. Diese Säure bildet das straffe Grundgerüst, regt starken Speichelfluss an und wirkt dennoch erfrischend; sie hält die Bitterstoffe in Schach und schafft Balance gegenüber der dunklen, erhabenen Kräuteraromatik. Retronasal tritt die Frucht deutlich zurück – Kräuter dominieren: balsamische Würze, Akzente von Nelke, weißem Pfeffer und Piment, dazu Fenchelsaat, Anis, frischer Fenchel und Erbsensprosse. Das typische Schieferprofil – rauchig, kühl, dunkel – dringt immer wieder nach vorne, weicht zurück, macht Platz für Frucht, gibt erneut Raum für Kräuter, um dann wieder mit kühler Prägnanz aufzutauchen. Dieser permanente Wandel verleiht dem Wein eine faszinierende Dynamik. Die Haptik bleibt griffig, leicht phenolisch, hintenraus animierend, anhaltend und dennoch erstaunlich zugänglich – ein beeindruckend vielseitiges Stück Wein, besonders für das „kleine“ Große Gewächs im Portfolio.