Pfälzer Charakter trifft auf Loire-Finesse
Nach entsprechenden Lagen für die Chenin-Blanc-Reben wie dem Schlossberg in Hambach, dem Haardter Herzog und dem Mußbacher Schlössel mussten lange gesucht werden: perfekt exponierte Hangstücke mit viel Charakter! Hier streckt sich der Chenin Blanc, tief im kalkhaltigen Lehm verwurzelt, der je nach Lage von Buntsandstein und Löss geprägt ist, der Sonne entgegen. Die Reben für die beiden Anpflanzungen wurden eigens aus einer Rebschule an der Loire organisiert. Chenin Blanc ist neben Riesling die Sorte mit den vielfältigsten Einsatzmöglichkeiten, denn von Sekt über trockene wie auch süße Stillweine bis hin zu hochwertigem edelsüßem Wein könntn das Weingut mit dieser Sorte die komplette Bandbreite ausreizen. Nach der Lese mazerieren die Trauben bis zu vier Stunden, bevor sie gepresst werden. Eine Vorklärung findet nicht statt, sodass der trübe Most direkt in neue und gebrauchte Tonneaux, ins Beton-Ei und teilweise in Edelstahl gefüllt wird. Dort vergärt er spontan und verbleibt bis Mitte August auf seiner Vollhefe. Anschließend wird der Wein ohne Schönung und nur leicht filtriert abgefüllt. Im geschmacklichen Spannungsfeld von Südafrika, Loire und Pfalz entsteht so ein Wein voller Struktur.
Er präsentiert sich saftig, getragen von Noten grüner Birne, Kumquats, Apfel, Wildblumen und einem feinen Hauch Kräuterwürze. Am Gaumen wirkt er druckvoll, geprägt von einer klaren, animierenden Frische, die ihm Eleganz und Struktur verleiht. Feine Anklänge von Brotrinde verbinden sich harmonisch mit einer kieseligen Mineralität. Der Nachhall ist lang und präzise.
Burkard Gerhild im Dezember 2025:
In der Nase frisches Quittenkompott, Kamillenblüten und Dörrapfel, ergänzt durch zarte Anklänge von Zedernholz, etwas Vanille und Mandarinenschale. Vollmundiges, cremiges Mundgefühl mit erfrischend gut integrierter Säure. Der mittellange Ausklang wird von einem feinherben Gerbstoffgerüst und schmelziger Zitronencreme schmackhaft abgeschlossen.