Weinberg & Keller: Die Trauben aus denen der Nebbiolo ‚Perbacco‘ vinifiziert wird, stammen zum größten Teil aus Weinbergen im Barolo- und Barbaresco Gebiet. Böden: Kalkmergel. Reberziehung am Drahtrahmen (Guyot) mit einer durchschnittlichen Pflanzdichte von ungefähr 4.500 Reben / Hektar. Die von Hand gelesenen Trauben werden einzeln – Lage, Parzelle – vinifiziert und ausgebaut. Nach dem Entrappen kommen die Traubenbeeren (mit ungefähr 25% Ganzbeerenanteil) in den Edelstahl-Gärtank zur kurzen Kaltmazeration. Maischegärung während 3 bis 4 Wochen – bei 28-32°C – mit regelmäßiger Remontage. Gegen Ende der alkoholischen Gärung wird der Tresterhut untergetaucht, womit die Phase der postfermentäten Mazeration beginnt. Biologischer Säureabbau im gebrauchten Barrique, wonach die Weine, immer noch nach ihrer Herkunft getrennt, im großen Holzfass während rund 2 Jahren ausgebaut werden. Erst zu diesem Zeitpunkt findet die Selektion der Partien statt, welche zum Nebbiolo ‚Perbacco‘ vereint werden. Der Wein wird vor der Abfüllung weder geschönt noch gefiltert.
Beschreibung: Mitteltiefes, glühendes Rubinrot. Feinfruchtiges, komplexes Aroma mit Noten von reifen roten Früchte, in Kombination mit floralen und feinen herbalen und erdigen Nuancen. Mittelkräftiger Ansatz am Gaumen, mittlere Struktur, intensiv und mundfüllend, wobei der feinwürzige Gerbstoff gut in die langanhaltende Frucht des Weines eingebaut ist. Mit guter Frische. (Vietti)
Die Degustationsnotiz von Marian Henß | Vinaturel im Mai 2026:
Farbe: Erstaunlich helles Ziegelrot mit leicht transparentem Kern sowie warmen ziegelroten und zugleich kühleren Reflexen.
Nase: Der Perbacco Langhe Nebbiolo von Vietti zeigt sich sofort typisch Nebbiolo — kühl, würzig, floral und gleichzeitig getragen von einer saftigen, präzise definierten Frucht. Schattenmorelle, Pflaume, Holunderbeere, Brombeere und Maulbeere bilden zunächst das dunkle Fundament der Aromatik, wirken dabei aber niemals überreif oder schwer, sondern stets fein konturiert und elegant. Besonders schön eingebunden erscheint die Frische der Bergamotte, die dem Wein eine fast ätherische Spannung verleiht. Dahinter öffnen sich die klassischen balsamischen und würzigen Komponenten: dunkle Lakritz, süßlich anmutender Balsamico, Veilchen, Hibiskus sowie schwarzer Pfeffer, Wacholder, Rosmarin und Thymian. Immer wieder tritt dieses kühl-würzige, fast ätherische Spiel aus Kräutern, dunkler Würze und floraler Eleganz hervor, das Nebbiolo so unverwechselbar macht. Im Hintergrund ergänzen Leder und ein Hauch geschmolzener dunkler Kuvertüre die Aromatik um zusätzliche Tiefe, ohne die Präzision zu verlieren. Insgesamt wirkt die Nase enorm ausgewogen zwischen Frucht, Würze, Mineralität und dieser seidigen, kühlen Eleganz.
Gaumen: Leicht gekühlt serviert brilliert der Wein mit einer saftigen, prägnanten und zugleich wunderbar schlanken Struktur. Die Frucht bleibt klar und animierend, schwankt zwischen dunkler Kirsche, reifer Pflaume und leicht herber Beerenfrucht, ohne jemals marmeladig zu wirken. Das Tannin ist präsent, aber hervorragend eingebunden — feinmaschig, leicht bitter und essenziell für das gesamte Gerüst des Weines. Genau diese Bitterstoffe sorgen dafür, dass der Nebbiolo Spannung, Tiefe und gastronomische Vielseitigkeit erhält. Der Wein bleibt jederzeit kühl, elegant und von mineralischer Frische geprägt. Besonders überzeugend ist die Balance aus würziger Ernsthaftigkeit und saftigem Trinkfluss. Trotz seiner markanten Struktur wirkt er niemals schwer oder überladen, sondern zeitgemäß, präzise und enorm animierend. Im Nachhall verbinden sich Frucht, Tannin, Kräuterwürze und balsamische Nuancen harmonisch miteinander und sorgen dafür, dass der Wein immer wieder neue Facetten zeigt.