Vom historischen Weinberg an den Ausläufern des Monte Toloño
Das Weingut liegt am Fuße der Sierra de Toloño, im Dreieck zwischen Labastida, San Vicente und Peñacerrada – einer Gegend, in der sich einige der ältesten und außergewöhnlichsten Weinberge der Rioja Alavesa befinden. In den vergangenen zehn Jahren hat die neue Generation, verkörpert durch Telmo Rodríguez, mit größeren Ressourcen, umfassendem Know-how und intensiver Arbeit das außergewöhnliche Potenzial dieses Weinbergs herausgearbeitet. Ein Weinberg, der den Charakter und die Klasse eines echten „Grand Cru“ in sich vereint. Der 3,8 Hektar große, alte Weinberg liegt in Höhenlage und ist traditionell in Buschform erzogen. Er ist im gemischten Satz mit einer massalen Selektion von Tempranillo, Graciano, Garnacha, Granegro und Rojal bepflanzt.
Luis Gutierrez im März 2026:
Der Yjar 2022 stammt aus einem warmen und trockenen Jahrgang und wurde aus Trauben alter Reben erzeugt, die mit einer massalen Selektion von Tempranillo, Garnacha, Graciano und weiteren Sorten bepflanzt sind. Die Gärung erfolgte mit natürlichen Hefen in kleinen, offenen Holzbottichen. Anschließend reifte der Wein 30 Monate in Foudres und Fässern unterschiedlicher Größe. Überraschend fein und elegant, zeigt er keinerlei Anzeichen von Hitze oder übermäßiger Reife, sondern präsentiert sich ausgesprochen harmonisch und frisch. Er ist feingliedrig und ausgewogen, mit 14 % vol. Alkohol, einem pH-Wert von 3,72 und 5,08 g/l Säure sowie sehr feinen, eleganten Tanninen. Bemerkenswert ist, wie souverän er seine hohe Qualität selbst in einem ausgesprochen schwierigen Jahrgang wie 2022 bewahrt. Produktion: 7.880 Flaschen. Abgefüllt im Juni 2024.
James Suckling zum Yjar 2022 (Juli 2022):
Dunkle Beeren, Heidelbeeren, getrocknete Blüten und aromatische Kräuter. Am Gaumen zeigt der Wein die für diesen Ort charakteristischen präzisen Tannine – fokussiert, kreidig und mit einer feinen salzigen Note, sehr verführerisch. Kreidige Mineralität verbindet sich mit klarer Frucht. Im Finale erneut salzig geprägt. Jetzt trinken.
Joaquin Hidalgo für Vinous (April 2026):
Der Yjar 2022 reifte rund 30 Monate in Foudres und Fässern unterschiedlicher Größe. Die Cuvée aus Tempranillo, Garnacha, Graciano und weiteren Rebsorten stammt aus einem alten, in Buschform erzogenen Weinberg bei Labastida. In der Nase zeigt sich der Wein komplex und nuanciert mit Aromen von Kirsche, getrockneten Blüten, balsamischen Noten, feinem Holz und einem dezenten Hauch Brombeere. Am Gaumen gelingt ihm eine seltene Balance zwischen Intensität und Finesse. Das Finale ist lang und von Weihrauch und Veilchen geprägt. Trotz der Wärme des Jahrgangs bleiben die Tannine fein. Der Ausbau verleiht dem Wein Struktur und Tiefe, ohne ihn jemals zu dominieren. Das kreidige Mundgefühl bringt die Herkunft des Weinbergs klar zum Ausdruck. Ein spanischer Grand Vin, der sich mühelos mit den großen Weinen von Bordeaux messen kann und dabei in seinem Charakter unverkennbar Rioja bleibt.
98/100 Punkte von der Regionalredakteurin für Spanien, Portugal und Südamerika Ines Salpico (August 2026):
Dieser Jahrgang von Telmo Rodríguez’ Spitzen-Rioja aus einer Einzellage besticht durch seine außergewöhnliche Reinheit der Frucht und eine bemerkenswert präzise aufgebaute Struktur, getragen von hauchfeinen Tanninen, lebendiger und zugleich weicher Säure sowie einer souveränen Mineralität. Eine echte Leistung – insbesondere in einem anspruchsvollen Jahrgang, in dem die Trockenheit den Vegetationszyklus deutlich beschleunigte. Sehr vollständig, ausgewogen und fließend, mit einem geschmeidigen Kern aus Kirsche, Schlehe und Maulbeere, unterlegt von Graphit, Tabakblättern und Oolong-Tee. Feine Akzente von rosa Pfeffer, Himalayasalz und Muskatnuss setzen zusätzliche Nuancen. Ein spielerischer Hauch von Kreide verleiht Frische, Lebendigkeit und Textur. Dieser Wein wird sich hervorragend entwickeln – doch es fällt schwer, der Versuchung zu widerstehen, schon jetzt eine Flasche zu öffnen. Ein unwiderstehlicher, verführerischer Klassiker.
Ebenfalls 98 Punkte gibt Jane Anson | Inside Bordeaux (Juli 2026):
Dieser Wein hat sich inzwischen fest auf der internationalen Bühne etabliert und zählt weiterhin zu den Höhepunkten meines Verkostungskalenders. Zurückhaltend, unaufdringlich, animierend, präzise – mit lebendiger Himbeer- und Johannisbeerfrucht, Anis, schwarzem Tee und Lavendel. Souverän, langgezogen und schlichtweg ein außergewöhnlich brillanter Wein, über den es sich zu sprechen lohnt. Telmo Rodríguez ist der Winemaker dieses 3,8 Hektar großen Weinbergs, der innerhalb des familieneigenen Weinguts Remelluri am Fuße der Sierra de Toloño in der Rioja Alavesa liegt.
97/100 Punkte schließlich von Colin Hay | The Drinks Business im August 2026:
Offen und ausdrucksstark, zugleich von einer eher weitmaschigen Textur geprägt, mit sehr anmutigen, feinkörnigen Tanninen und vielschichtiger Struktur. Etwas süße Würze, ein Hauch Kerzenwachs sowie feine wilde florale und kräuterige Noten. Dazu helle rote und dunklere Beerenfrüchte, fast mit einem Anflug von Pêche de Vigne, also Weinbergpfirsich. Saftig, würzig-herzhaft und großzügig, mit wunderbar packenden Tanninen, die den mittleren Gaumen sehr präzise konturieren und klar herausarbeiten. Sehr schön. Hervorragend komponiert und ausgesprochen elegant.
Der Jahrgang 2022:
Der Jahrgang 2022 war von Trockenheit und hohen Sommertemperaturen geprägt. Nach einem kalten und regenreichen Winter, der die Wasserreserven wieder auffüllte, beschleunigte der ausbleibende Regen im Frühjahr und Sommer den Vegetationszyklus und führte zu einer der frühesten Lesen in der Geschichte des Weinguts. Der ausgezeichnete Gesundheitszustand der Trauben und eine nahezu „à la carte“ durchgeführte Lese ermöglichten es, die verschiedenen Rebsorten – Tempranillo, Garnacha, Graciano, Granegro und Rojal – jeweils bei optimaler technischer und phenolischer Reife zu ernten. 2022 war ein anspruchsvoller und eigenständiger Jahrgang, der Geduld und Präzision erforderte, um für jede Parzelle und Rebsorte den idealen Lesezeitpunkt zu bestimmen. Dieser von starken Kontrasten geprägte Jahrgang unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Weinbergs und seinen authentischen Ausdruck des Terroirs.
Yjar 2022 offenbart jene Finesse der Tannine, die man von den großen historischen Weinen der Rioja kennt.