Yattarna – das weiße Pendant zu Grange
Yattarna ist das weiße Flaggschiff von Penfolds. Ähnlich wie sein rotes Pendant Grange entsteht Yattarna aus einer sorgfältigen Auswahl der besten Chardonnay-Trauben aus verschiedenen australischen Regionen, die für ihre Frische bekannt sind. Der Name „Yattarna“ bedeutet sinngemäß „nach und nach, allmählich“. Bevor der Wein offiziell auf den Markt kam, durchlief er 144 Versuchsreihen. Die Bezeichnung „Bin 144“ ist eine Hommage an diesen wegweisenden Entwicklungsprozess, der von Innovationsgeist und dem kompromisslosen Streben nach außergewöhnlicher Qualität geprägt war.
Verkostungsnotiz des Weingutes | Peter Gago:
Die Nase präsentiert sich fokussiert und raffiniert, geprägt von ausgeprägten mineralischen Noten von nassem Stein, Feuerstein, Schiefer und Meeresgischt. Vielschichtige Aromen von Nougat, Pistazie, der würzigen Lake grüner Oliven, Curryblatt, gerösteter Macadamianuss, Mandel und Brioche sorgen für zusätzliche Komplexität. Subtile Anklänge eines frisch entzündeten Streichholzes und dezent gerösteter Eiche vervollständigen das aromatische Profil. Am Gaumen zeigt sich der Wein elegant, präzise und bemerkenswert lang anhaltend. Eine lebendige Säure umrahmt Aromen von Meersalz, Kapern, Zitrusfrüchten, rohem Kingfish-Sashimi und Lemon Curd, begleitet von einer feinen mineralischen Textur. Holz und Alkohol sind nahtlos eingebunden und ergeben einen zurückhaltenden, puristischen und hervorragend reifefähigen Chardonnay.
Erin Larkin zum Penfolds Yattarna 2024 BIN 144 Chardonnay (Juli 2026):
Der 2024 Yattarna Chardonnay zeigt sich cremig, geradlinig und ausgesprochen geschliffen. Ein brillanter Wein. Yattarna und Reserve Bin A liefern sich für mich Jahr für Jahr ein enges Rennen um den Favoriten der jeweiligen Kollektion – und letztlich spielt es wohl kaum eine Rolle, welcher von beiden gewinnt. Stilistisch zeichnet sich Yattarna durch seine geradlinige Ruhe, große Länge und kompakte Komplexität aus, während Reserve Bin A stärker von Feuerstein geprägt und unmittelbar verführerischer wirkt. Ich schätze beide sehr. Wie auch immer: Beide Weine präsentieren sich in der diesjährigen Kollektion hervorragend.
James Suckling bewertet im Juli 2026:
Die Qualität und das Prestige dieser renommierten Abfüllung springen förmlich aus dem Glas. Tiefe, üppige Aromen von gegrillter Zitrone, Obstgartenfrüchten und Zitrusblüten verbinden sich mit einer reduktiven, salzig-mineralischen Note von nassem Stein und Feuerstein sowie einem Hauch Cashewnuss. Am Gaumen zeigt sich der Wein von enormer Aromendichte und Komplexität, beinahe überwältigend, bis die speichelanregende Säure präzise hindurchschneidet und ein straffes, ausdrucksstarkes Finale hinterlässt. Grand-Cru-Qualität. Bereits jetzt wunderbar zu trinken, zugleich mit reichlich Potenzial, sich über viele Jahre im Keller weiterzuentwickeln. Erzeugt aus Trauben aus Tumbarumba, den Adelaide Hills und Tasmanien. Jetzt trinken oder lagern. Schraubverschluss.
98 Punkte auch von Jane Anson | Inside Bordeaux (Juli 2026):
Dieser Wein ragt innerhalb der Kollektion deutlich heraus und überzeugt mit Griff, Frische und großer Lebendigkeit. Am Gaumen entfaltet er sich langsam und gewinnt zunehmend an Länge. Noten von Pulverdampf, eingelegter Zitrone, Holunderblüten und weißer Birne prägen das Aromenspiel. Köstlich, ausdrucksstark und voller Persönlichkeit. Eine sehr gekonnte Weinbereitung, die dem Wein außerordentlich viel Charakter entlockt.
Julie Sheppard gibt 97 Punkte (Juni 2026):
Ein herausragender Jahrgang für Penfolds’ Spitzen-Chardonnay! Schon im ersten Eindruck faszinierend mit seiner herzhaften, mineralischen Nase: salzige Meeresnoten, angeschlagener Feuerstein und Schiefer, dazu feine Anklänge von Brioche, Macadamianuss und Blüten. Am Gaumen beeindruckt der Wein mit großer Tiefe und einem straffen mineralischen Kern. Aromen von Austernschale, grüner Olive und cremigen, goldgelben Zitrusfrüchten sind elegant miteinander verwoben. Präzise Säure verleiht Struktur, während der Wein mit außergewöhnlicher Länge und Nachhaltigkeit ausklingt.
Peter Moser degustiert den Wein im September 2026:
Elegantes, feines und reduktiv geprägtes Bouquet mit Feuerstein, weißen Zitrusfrüchten, Mandarine und Toast, im Hintergrund ein Hauch Austernschale. Am Gaumen von guter Dichte und saftiger Struktur, mit feinem Grip, eleganter Fülle und präziser Säure. Zarte weiße Früchte, Honigmelone, Papaya und Zitronengras werden im Finale von einem Hauch Grapefruit begleitet. Langer Nachhall.
The Drinks Business | Colin Hay gibt 98 Punkte:
Qualitativ ein deutlicher Sprung gegenüber dem Bin 311, wie schon bei der Verkostung in Paris – und ein außergewöhnlicher Jahrgang dieses außergewöhnlichen, oft unterschätzten Weins. Nach dem Bin 311 verkostet, wirkt Yattarna naturgemäß voller und reicher. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Gerade 2024 dreht sich bei diesem Wein vor allem alles um knackige Frische und die Reinheit der Frucht.
Hinzu kommen eine reizvolle weiße Blütenaromatik und ein feiner Hauch Lanolin. Blütenhonig, Limettensaft und Limettenzeste, Blutorange, weiße Melone, ein Anflug von Jasmin und jene für Yattarna so charakteristische Wachsnote. Dazu Stachelbeere und weiße Grapefruit. Anmut und Charme, von sonniger Reife geprägt und zugleich auffallend frisch. Im Finale sehr zitrisch und zugleich kreidig. Raffiniert und sanft pulsierend, während sich die Säure wellenartig bis in einen sehr langen, weit ausklingenden Nachhall fortsetzt.
Der Jahrgang 2024:
Der Jahrgang 2024 wurde in Tumbarumba, den Adelaide Hills und Tasmanien von kühlen klimatischen Bedingungen geprägt. Eine lange und gleichmäßige Vegetationsperiode ermöglichte eine langsame und ausgewogene Reifung. Milde Temperaturen, kaum Hitzestress und sorgfältig gewählte Lesezeitpunkte bewahrten die natürliche Säure, Reinheit und Präzision der Trauben. Das Ergebnis ist ein Chardonnay, der den individuellen Charakter seiner jeweiligen Herkunftsregionen klar zum Ausdruck bringt.