Von kleinbeerigen Selektionen mit mehr Intensität und Konzentration
Die Rebsorte Pinot Gris und eigentlich die gesamte Pinot-Familie profitierten von den Wachstumsbedingungen des Jahrgangs 2023. Nämlich: gute Fruchtbarkeit beim Austrieb, gute Anpassung der Reben an das trockene Klima, selbst auf dem Kiesboden von Turckheim. Die Trauben waren gesund, da sie früh geerntet wurden, nachdem sie Mitte September eine ausreichende Zuckerreife erreicht hatten, bevor Fäulnisprobleme auftraten. Dies war in allen unseren Pinot-Gris-Weinbergen auf dem gesamten Weingut der Fall. Wie bei vielen Weinen des Jahrgangs 2023 war die physiologische Reife bei einem niedrigen Alkoholgehalt leicht zu erreichen, wie man bei diesem Wein sehen kann. Dies war der erste Weinberg, der auf dem Weingut geerntet wurde, und der erste, der seine Gärung abgeschlossen hatte, um schnell eine trockene Balance zu erreichen.
Das sagt die Doamine zum Zind-Humbrecht 2023 Pinot Gris Turckheim AOC Alsace (08/2024): Leuchtend hellgelbe Farbe. Die Nase ist noch zurückhaltend, typisch für diese nicht aromatische Rebsorte, und öffnet sich im Glas mit rauchigen, leicht gerösteten Aromen (Einfluss der Reifung auf der Gesamttrub). Dieser Wein mag zunächst streng wirken, offenbart aber am Gaumen eine schöne aromatische Präsenz (getrocknete Kräuter, Steine usw.) mit einer saftigen Textur und einer für diesen Jahrgang überraschenden Säure. Der Abgang ist mineralisch, fast salzig, was für dieses Terroir ebenfalls unerwartet ist. Wahrscheinlich hat das trockene Profil des Jahres 2023 die Wurzeln gezwungen, tiefer zu graben, um Wasser und Mineralien in diesem kiesigen Boden zu finden.
Stuart Pigott im Mai 2025:
Dieser elsässische Pinot Gris ist für einen Wein mit weniger als 12 % Alkohol bemerkenswert reif. Am Gaumen, der kaum mittelkräftig ist, stapeln sich Aromen von Melone, Pfirsich und Orange. Die belebende Säure verleiht ihm einen spritzigen Abgang, der Lust auf mehr macht. Aus biodynamisch angebauten Trauben. Jetzt trinkreif.
Verkostungsnotiz von Sebastian Bordthäuser im April 2025: Farbe: Helles Altgold, strahlend und klar. Nase: Aromatisch glockenklar und präzise wie aus dem Lehrbuch duftet der 2023 Pinot Gris Turckheim von Zind-Humbrecht nach rotwangigen Äpfeln, etwas speckiger Birne, Steinobst sowie Muskatblüte nebst grünen Mandeln. Geht sicher anders – besser kaum. Mund: Der Gaumen hält, was die Nase verspricht, und geht noch einen Schritt weiter: Er strafft den hocharomatischen Auftritt und überführt ihn in ein glockenklares, fast kristallines Aromenspiel, wie wir es von Pinot Gris nur aus dem Elsass kennen. Fest, sehnig und straff mit klarem Fluss und kristallinem Finish.