“The virtue of simple things”
Das ist das Motto des Bodegas Felix Callejo Flores de Callejo 2024. Gut gelaunt, entwaffnend charmant und so völlig anders, als die vielen harten, störrischen und spröden Weine, die sonst eine angebliche Typizität der Region vermitteln wollen. Was die Macher des 2024er Flores de Callejo, den Wein mit dem wohl schönsten Etikett des Anbaugebietes, hier geschafft haben, ist absolut einmalig: Ein Wein voller Trinkfreude von dem man sich gerne noch etwas nachschenken möchte.- Und noch ein Glas. Und noch ein weiteres Glas. Wow! Seine funkelnde Violette Farbe lassen bereits erahnen, dass dieser Wein ein Ausbruch an Jugendlichkeit sein wird. Beim Flores ist das Funkeln der Jugendlichkeit nicht einem langen Ausbau zum Opfer gefallen. Kurze fünf Monate haben dem Flores genügt, um zu diesem Prachtexemplar an Jungwein zu werden. Woher die Qualität herkommt wird also spätestens jetzt klar: Alle Macht den Trauben! Im Duft präsentiert der Flores ein Füllhorn an Waldbeeren, etwas Süßholz, alles sehr lebendig und von großer Fröhlichkeit. Die Aromen des Buketts wiederholen sich auch am Gaumen, bleiben lang haften, werden begleitetet von irre hochwertigem Tannin, was sehr poliert und feingliedrig wirkt. Die Säure belebt das Mundgefühl, begleitet den Wein zum Ausklang und rundet den sehr charmanten Gesamteindruck dieses Klasse-Weines ab.
Zekun Shuai bewertet den Bodegas Felix Callejo Flores de Callejo 2024 (juli 2025):
Ein ehrlicher, fruchtiger Ribera del Duero mit Frische, guter Struktur und knackigem Biss. Aromen von roten Kirschen und Blüten verbinden sich mit einem mittleren Körper, festen Tanninen und einem fruchtbetonten Abgang. In diesem Jahr etwas kerniger und zarter als zuvor. Jetzt genießen.
Die Verkostungsnotiz von Sommelier Marian Henß für Vinaturel (Januar 2026):
Farbe: Dichtes Purpur mit violetten Reflexen, hohem Glanz
Nase: Zunächst zeigt sich die Frucht reduktiv, dabei jedoch klar präsent und bemerkenswert knackig. Die Aromatik wirkt saftig und reif, mit einer stringenten Fruchtausprägung, die unmittelbar Lust auf den ersten Biss in eine Handvoll reifer Beeren macht. Holunderbeere, Cassis, Feige, schwarze Johannisbeere, Himbeere und Brombeere stehen kompakt und geschlossen nebeneinander. Die Frucht trägt einen dunklen, leicht reduktiven Ton, mit einem feinen Anklang von schwarzer Olive, der jedoch rasch von floralen Noten aufgefangen wird. Stiefmütterchen und Hibiskus prägen dieses dunkle, florale Bild, das in Kombination mit der Reduktion genau den saftigen, knackigen, adstringierenden und zugleich charmanten Charakter der Nase definiert. Ganz zart ergänzen Minze, Eukalyptus und ätherische Anklänge das Gesamtbild.
Gaumen: Der Gaumen nimmt sich Zeit und beginnt ebenfalls mit einem feinen, klar wahrnehmbaren reduktiven Ton, der hier bewusst voranstellt ist. Dahinter entfaltet sich die dunkle Würze und die kraftvolle Seite der Ribera und des Tinto Fino. Der Wein bleibt dabei stets auf der adstringierenden, saftigen und betörenden Linie, wirkt knackig und präzise, ohne je lauter zu werden. Keine Breite, keine Schwere, kein Nachlassen der Spannung – vielmehr ein geradliniger, animierender Fluss mit klarem Fokus auf Frische, Griff und Charme.