Marlborough – ganz nah dran an fernen Weinwelten

Am Freitag, den 16.08. stand bei uns eine kleine Verkostung von mehreren Sauvignon Blanc aus dem Marlborough an. Es galt, den geschätzten aber nicht mehr verfügbaren Wild Rock Sauvignon zu ersetzen. Keine leichte Aufgabe, da er mit seiner markanten Aromatik viel Anklang bei uns und auch bei vielen unserer Kunden fand.

Was aber nicht heißen soll, dass es andere Winzer nicht auch beherrschen, die individuelle Klasse dieser Rebsorte im Gewand des neuseeländischen Klimas – insbesondere im Marlborough in die Flasche zu zaubern.

Im Ring standen daher am Freitag zwei Weingüter mit jeweils zwei Sauvignon Blancs. In der einen Ecke Babich Wines mit seinem Basis Sauvignon und dem expressiveren Black Label Sauvignon. Im gegenüber stand Brancott Estate, ebenfalls mit ihrem Basis Sauvignon und aus der Terroir Series der Reserve Sauvignon.

 

Wie schmeckt ein typischer Sauvignon Blanc aus dem Marlborough?

Bevor es losgeht wollen wir nochmal einen kurzen Abriss geben. Was macht den neuseeländischen Weinbau und speziell den für Sauvignon Blanc aus dem Marlborough so besonders?

Ein kurzer Blick auf die Karte Neuseelands macht schnell deutlich, dass die geringe Landfläche von enorm viel Wassermassen umgeben sind. Weinbautechnisch bedeutet das: Große Mengen Wasser stabilisieren das Klima, die Trauben können hier sehr gut zur Reife gelangen. Durch vorhandene Gebirge ergeben sich trotzdem auch markante Temperaturunterschiede, die für Komplexität in den späteren Weinen sorgen. Die enorm jungen Bodenstrukturen (kaum älter als 10.000 Jahre) zählen zu den jüngsten der Erde, sind noch sehr unverbraucht und entsprechend nährstoffreich. Hinzu kommen eine äußerst unbelastete Luftqualität mit entsprechend kraftvoller Sonneneinstrahlung. All das verhilft den Rebstöcken dazu, hohe Extraktwerte und konzentrierte Aromen in den Trauben auszubilden.

Beste Voraussetzungen also, um expressive Weine zu kreieren. Die Herausforderung für die Winzer besteht hier eben auch darin, all diese Kraft in ein dennoch harmonisches und ausbalanciertes Genusserlebnis zu verweben. Nun denn – finden wir heraus, was Babich Wines und Brancott Estate daraus vinifiziert haben.

Er kommt – ganz anders als sein kleinerer Bruder deutlich breiter in der Nase daher. Die Aromen erinnern an gelbes Steinobst und dezent an noch nicht ganz reife Bananen. Eine gewisse Mineralität zügelt aber auch hier die fruchtigen Töne. Am Gaumen ist der Alkohol recht präsent, ergänzt von einer gewissen Holzwürze. Auch die Säure ist präsent, findet aber nicht so recht Kontakt zu den anderen Komponenten. Für uns ein interessanter Vertreter ob seines teilweisen oxidativen Ausbaus, aber nicht ganz das was wir suchen.

Unser Resultat

Überzeugen Sie sich selbst: