Ich finde es immer interessant, wenn man einen Wein aus einer Rebsorte verkostet, die außerhalb ihrer klassischen Heimat zu ganz eigenem Ausdruck findet. Mataro – in Frankreich als Mourvèdre und in Spanien als Monastrell bekannt – ist eine Sorte, die Sonne und Wärme liebt. Im australischen Barossa Valley hat sie seit vielen Jahren eine neue Heimat gefunden und bringt dort kraftvolle, dunkle und charaktervolle Rotweine hervor, die gleichzeitig Struktur und Tiefe besitzen.

Der Teusner Mataro 2021 ist ein passendes Beispiel dafür. Schon beim ersten Riechen zeigt sich die typische dunkle Frucht – reife Brombeeren, getrocknete Pflaumen und etwas Schwarzkirsche. Dazu kommen warme Gewürznoten wie Nelke und Muskat, begleitet von einem Hauch Leder und erdigen Anklängen.

Interessanterweise wirkt der Wein zunächst etwas zurückhaltend, fast kompakt – doch mit etwas Luft entfaltet er sich deutlich. Nach etwa einer halben Stunde gewinnt er spürbar an Tiefe, die Frucht wird dunkler, die Würze komplexer, der Gesamteindruck harmonischer.

Am Gaumen zeigt sich der Mataro vollmundig und dicht, ohne je schwer zu wirken. Die Tannine sind ausgesprochen fein und seidig eingebunden, was dem Wein eine elegante Textur verleiht. Frische steht hier nicht im Vordergrund – vielmehr geht es um Wärme, Reife und Ausgewogenheit. Die Aromen von dunkler Frucht, Muskat und Nelke bleiben lange präsent, begleitet von einer leicht mineralischen Note, die dem Abgang zusätzliche Spannung verleiht.

Der Abgang ist sehr lang, würzig und elegant – ein Nachhall, der den Wein noch Minuten später spürbar macht. Mit etwas Flaschenreife dürfte sich diese Balance aus Würze, Frucht und Struktur noch weiter verfeinern.

Mataro aus dem Barossa Valley hat mich nochmals daran erinnert, wie vielseitig diese oft unterschätzte Rebsorte sein kann. Wo sie in Südfrankreich oft rustikal wirkt, bringt sie in Australien Tiefe, Samtigkeit und eine warme, würzige Eleganz hervor. Der 2021er Jahrgang bestätigt das eindrucksvoll – ein Wein mit Charakter, Ruhe und langem Atem.