Rebsorten: Garnacha, Tempranillo, Graciano, Merlot und Cabernet Sauvignon

Die Bodegas Emilio Valerio liegen in Navarra, nicht weit von der französischen Grenze entfernt und rund 130 Kilometer von der Atlantikküste.

Über weite Teile des 20. Jahrhunderts war Navarra vor allem durch Garnacha geprägt – eine Rebsorte, aus der sowohl zugängliche Rosados als auch dichte, kraftvolle Rotweine entstanden. Mit der Zeit änderte sich das Bild: Internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot hielten Einzug, ebenso Tempranillo aus dem benachbarten Rioja. Garnacha geriet dabei zunehmend in den Hintergrund. Auch der Emilio Valerio 2020 spiegelt diese Entwicklung wider, denn er verbindet mehrere dieser Rebsorten zu einer Cuvée, die nicht auf eine einzelne Tradition setzt, sondern die heutige Vielfalt Navarras im Glas zeigt.

Was Laderas de Montejurra und die Familie Valerio über sich selbst erzählen, ist weniger eine klassische Weinguts-Chronik als eine Haltung zur Landwirtschaft. Statt Jahreszahlen und Meilensteinen geht es um den Blick auf die Reben, um Geduld und um das Arbeiten mit der Natur statt gegen sie. Biodynamik, Vielfalt im Weinberg und ein langsamer Rhythmus prägen dieses Denken – und damit auch die Art, wie diese Weine entstehen.

Meiner Meinung nach ist der Laderas de Montejurra Emilio Valerio 2020 ein hervorragender Einstiegswein mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und letztlich erzählt niemand besser über einen Wein als der edle Tropfen selbst. Für mich ist er ein ausdrucksstarker und zugleich sehr zugänglicher Rotwein.

Nase:
In der Nase zeigen sich für mich vor allem saftige Kirschen und dunkle Beeren, dazu eine kühle, leicht mineralische Frische. Mit etwas Luft kommen kräuterige Noten hinzu – nichts Aufdringliches, eher Anklänge mediterraner Kräuter, die dem Wein Spannung geben, ohne ihn zu beschweren.

Gaumen:
Am Gaumen wirkt der Emilio Valerio 2020 rund und klar strukturiert, ohne jemals schwer zu werden. Die Säure hält den Wein lebendig und sorgt für Frische, die Tannine sind präsent, aber fein und gut integriert. Die Frucht bleibt durchgehend spürbar, während sich die kräutrigen Noten aus der Nase am Gaumen weiterentwickeln und in eine warme, leicht holzige Anmutung übergehen, die an Sandelholz erinnert. Insgesamt zeigt sich der Wein ausgewogen, mit saftigem Trinkfluss und spürbarer Balance.

Abgang:
Der Abgang ist sauber und anhaltend, getragen von frischer Frucht und einer kühlen, leicht mineralischen Note. Die Säure bleibt bis zum Schluss präsent und sorgt für ein stimmiges, unkompliziertes Finale.

Der Wein hat mir besonders gut zu Lammkoteletts mit Kräutern geschmeckt.