{"id":6492,"date":"2023-04-03T13:35:24","date_gmt":"2023-04-03T11:35:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cb-weinhandel.de\/blog\/?p=6492"},"modified":"2023-04-03T13:35:24","modified_gmt":"2023-04-03T11:35:24","slug":"quintessa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cb-weinhandel.de\/blog\/quintessa\/","title":{"rendered":"Quintessa 2018"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;-52px|auto||auto||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size=&#8220;18px&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Vor Kurzem erkl\u00e4rte mir ein von mir sehr gesch\u00e4tzter Weinfreund, dass er Rutherford gerne mit dem Pauillac vergleiche, als wir auf das Anbaugebiet nahe des San Francisco Bay zu sprechen kamen. F\u00fcr ihn ist das Cabernet- Land wie es im Buche steht. Er argumentierte dies mit der Tatsache, dass ann\u00e4hernd zwei Drittel der \u00fcber eineinhalb Tausend Hektar, die bestockt sind, mit der <span style=\"color: #8300e9;\"><a href=\"https:\/\/www.cb-weinhandel.de\/blog\/tag\/cabernet-sauvignon\/\" style=\"color: #8300e9;\">Cabernet Sauvignon<\/a><\/span>&#8211; Rebe bepflanzt ist. Das letzte Drittel w\u00fcrde sich auf die \u00fcblichen, komplement\u00e4ren Sorten des Bordelais erteilen, gab er mir zu wissen. Mein erster Gedanke dazu war, dass der hiesige Cabernet es gar nicht so recht n\u00f6tig hat von Merlot, Cabernet franc, Petit Verdot und sogar Carmen\u00e9r\u00e8 flankiert zu werden. Nicht hier, nicht in Rutherford. Denn hier wachsen Cabernets, wie man sie in Sachen Ausdrucksst\u00e4rke, F\u00fclle und Langlebigkeit nirgendwo sonst in Kalifornien vorfindet. Nicht zu Unrecht waren es die Weine aus Inglenook und Beauliueu, die durch imposante und alterungsf\u00e4hige Weine den Ruf des gesamten Anbaugebietes begr\u00fcndeten. Alle signifikanten Lagen liegen auf auf der westlichen Seite des Tals. Zwar liegt an der Oberfl\u00e4che tiefgr\u00fcndiges Schwemmland mit teils kiesigem und auch sandigem Boden, doch in den wirklich interessanten Lagen finden sich allerlei vulkanische B\u00f6den wie Quarz, Obsidian und auch Hornstein. Auf diesem tiefgr\u00fcndigen Boden, in dem die nat\u00fcrliche Drainage bestens funktioniert, gelingt der Anbau von ertrags\u00e4rmeren und fr\u00fcher reifenden Sorten besonders gut. Wirklich typische Weine aus Rutherford begeistern im Glas mit einem Wesenszug, der die wirkliche Balance im Wein bringt, der einen hervorragenden von einem guten Wein unterscheidet: die Mineralit\u00e4t. Der sogenannte \u201eRushford-Staub\u201c steht als Synonym f\u00fcr eben genau diese mineralische Ader, die den vollen Charakter eines Rutherford Weins so sehr bereichert. Auf der Rutherford Bench hat sich nicht nur Star- Regisseur Francis Ford Coppola mit dem Rubicon bereits vor vielen Jahren den Traum eines eigenen Weingutes verwirklicht, auch die Eigent\u00fcmer von Quintessa strandeten 1989 hier und sie sollten dieses Anwesen bis heute nicht mehr verlassen\u2026.<\/p>\n<h2>Das Weingut<\/h2>\n<p>Als Agustin und Valeria Huneeus 1989 zum ersten Mal die Landschaft betraten, die sp\u00e4ter Quintessa werden sollte, waren sie tief beeindruckt von der Sch\u00f6nheit der Natur und der einzigartigen Beschaffenheit dieses Landstriches. Der Napa River, der kleine Dragon\u2019s See, die sanften H\u00fcgel, die Farben, aber vor allem die Tatsache, dass sie die W\u00e4rme, je nachdem wo sie standen, immer intensiv, aber doch mit f\u00fchlbaren Unterscheiden wahrnehmen konnten, f\u00fchrte sie schnell zu der Erkenntnis, dass dies der richtige Ort ist, um wahrlich guten Wein anzubauen. Sehr schnell entschieden sich daf\u00fcr sich eben genau an diesem Ort niederzulassen und begannen damit, die Landschaft zu bestocken. Dabei \u00fcberlegten sie nat\u00fcrlich genau welche der Rebsorten sie in der Ebene, welche auf den H\u00fcgeln und welche Rebsorte sie auf den eigens angelegten Terrassen ihrer Steillagen pflanzten.\u00a0 Just in time: Kurze Zeit sp\u00e4ter verbot der Gesetzgeber die Bepflanzung von Lagen mit \u00fcber 30% Steigung. Auf dem Land, welches sie nun mit edlem Rebmaterial bepflanzen wollten, wuchs saftiges Gras auf dem Rinder zwischen Blaueichen grasten. Tats\u00e4chlich holzten sie beim Anlegen der Anlagen und beim Bau des Weingutes keinen einzigen Baum ab, sch\u00fctzen bestehende Str\u00e4ucher und Geb\u00fcsche und integrierten sie in ihren \u00dcberlegungen, wie sie m\u00f6glichst vom ersten Tag an biologisch arbeiten konnten.<\/p>\n<h2>Quintessa: Ein Puzzle aus vielen Einzellagen<\/h2>\n<p>Ein Blick aus der Vogelperspektive auf Quintessa l\u00e4sst tief blicken. Es ist nicht nur ein eine Aneinanderreihung von Weinbergsagen mit alten Gemarkungsnamen. Vielmehr ist es ein Ort, der \u00fcber seine Entstehung erz\u00e4hlt und ein reichhaltiges Angebot an B\u00f6den und Kleinklimata bereith\u00e4lt. Die \u00f6stlichen H\u00e4nge bestehen wei\u00dfer, vulkanischer Asche, die sich vor f\u00fcnf Millionen Jahren zu dem pr\u00e4genden Terroir geformt hat. Tats\u00e4chlich l\u00e4sst sich dieser Boden bei der Verkostung der getrennt vinifizierten Parzellen ganz leicht herausschmecken. Es verleiht dem Wein ein sehr geschliffenes, feines Tannin. Durch eine sanfte Extraktion der Maische l\u00e4sst das Team um Valeria und Agustin der ausgepr\u00e4gten Aromatik den Vorrang. Rebekah Wineburg und Rodrigo Soto setzen hier auf \u00c4therik und Aromenintensit\u00e4t als dominante Schlagw\u00f6rter. Gleichzeitig bringen die Weine von den \u00f6stlichen H\u00e4ngen dem Gaumen Mineralit\u00e4t, Vibrationen und L\u00e4nge. In den mittleren H\u00fcgel findet sich die gleiche Asche, die sich hier aber mit sedimentierten vulkanischen Gesteinen vereint. Obsidian und Quartz funkeln zwischen der schweren Auflage um die Wette. Auf Quintessa entstehen hier die Weine mit der gr\u00f6\u00dften Best\u00e4ndigkeit an Tiefe, Frucht und F\u00fclle. Sie sorgen f\u00fcr die Komplexit\u00e4t und den Schmelz. Im Westen sieht erkennt man die h\u00f6chsten Lagen des Weingutes. Sie erheben sich auf bis zu 180 Meter \u00fcber dem Boden. Roter, eisenreicher Boden verleiht dem sp\u00e4teren Wein die ganz\u00a0 typischen Eisen-, Blut- und Grafit- Noten. Die westlichsten Lagen grenzen an dem Napa. Fein s\u00e4uberlich klein gemahlener Schlick verm\u00e4hlt sich hier mit Schotter. In k\u00fchlen und etwas feuchteren Jahren steht hier der Wein mit der besonderen Power\u2026\u00a0<\/p>\n<h2>Quintessa 2018: der Jahrgang in Worten<\/h2>\n<p>Als fast schon ideal im Witterungsverlauf beschreibt Rebekah Wineburg den Jahrgang 2018 auf Quintessa. Sie ist bereits seit Anfang an, also seit 1994, mit dabei und hat gemeinsam mit Rodrigo Soto den Werdegang von Quintessa wie keine Zweite mitverfolgen und auch mitgestalten k\u00f6nnen. Ein Jahr voller Komplexit\u00e4t, Eleganz und Harmonie. W\u00e4hrend der vergangenen f\u00fcnf sehr warmen Vegetationsphasen hatte das Quintessa- Team den Weinbergen gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung und Begleitung geboten, in dem es biodynamische Pr\u00e4parate in den Weinbergen verteilte. So konnte den Rebst\u00f6cken die Last des Trockenstresses und die Belastung der Hitze auf die Abl\u00e4ufe genommen werden. In 2018 verlief alles deutlich gem\u00e4\u00dfigter. Das Ergebnis waren vor Kraft und Aroma strotzende Trauben von perfekter Reife und in bester gesundheitlicher Verfassung. Au\u00dferdem haben die Verantwortlichen auf Quintessa die Abl\u00e4ufe in den Betriebsr\u00e4umen umgestellt und die Neuanschaffung von Zementtr\u00f6gen f\u00fcr die alkoholische G\u00e4rung wurde umgesetzt. Durch die vielen positiven Eigenschaften des Zements ist es zudem gelungen die vielen kleinen Mikrovinifikationen zu einem noch deutlicheren und aussagest\u00e4rkeren Abdruck der Landschaft zu erm\u00f6glichen, in dem Quintessa entsteht.\u00a0<\/p>\n<h3>Quintessa 2018: Unsere Verkostung<\/h3>\n<p>Der 2018er Quintessa ist eine Verm\u00e4hling aus 92% Cabernet Sauvignon und fast gleichen Teilen Merlot, Cabernet franc, Carmenere und Petit Verdot. Im Glas funkelt eine sehr dichte, dunkle Farbe, undurchsichtig, fast schon tintig. Frisch ge\u00f6ffnet und spontan ins Glas geschenkt, verstr\u00f6mt der Quintessa 2018 unmittelbar den Duft von knackiger und reifer Blaubeere. Brombeere, saftige Zwetschgen und rote Paprika erweitern das Duftbild, geschnittenes Gras, Dill schwarzer Assam- Tee, Eukalyptus und Graubrot f\u00fcllen die Nase. Am Gaumen dann die volle Ladung schwarzer Johannisbeeren, Kaffee, Grafit, Erde, hinten versteckt sich etwas Eisen. Seidige Textur, vulkanische Mineralit\u00e4t, gemahlene Steine. Das markante Tannin ergibt sich aus der dominierenden Cabernet Sauvignon und dem 20monatigem Ausbau im kleinen Holz. Das ist ein ganz und gar nicht europ\u00e4ischer Wein, nein, ganz klar ist das ein Napa. Aber einer, der vor Charme fr\u00f6hlich stimmt und ber\u00fchrt. Einer mit einer gesunden Genetik, mit abk\u00fchlenden Elementen, die ihn gut altern lassen werden.\u00a0<\/p>\n<h2>Quintessa 2019: Napa in nahezu perfekter Abendrobe<\/h2>\n<p>Die Natur meinte es mit Quintessa sehr gut. Auch in2019! Sanfte und gut dosierte Regenf\u00e4lle zur richtigen Zeit stellten den Starschuss f\u00fcr das Jahr 2019 dar. Niedrige Temperaturen mit langsamen Austrieb brachte der Mai, aus denen sich dann gesunde Fruchtans\u00e4tze entwickelten, die schlie\u00dflich zu einer guten Erntemenge f\u00fchrte. Das Jahr war gepr\u00e4gt durch best\u00e4ndiges, gutes Wetter und die zehn Tage mit knapp \u00fcber 38 Grad lie\u00df die Trauben rasch zur vollen und energetisch aufgeladenen Reife gelangen. Dank der vielen abk\u00fchlenden Quellen in den Weinbergen gelang es den Reben die S\u00e4ure nicht zu veratmen. Das Leseteam von Quintessa erntete schlie\u00dflich zwischen Ende September und Ende Oktober die kerngesunden Trauben. Parzellenweise und Lagenweise Fermentation in den in 2018 angeschafften Zementbeh\u00e4ltern. In der Temperatur kontrolliert, in der Mazeration gem\u00e4\u00dfigt, entstand ein Wein von gro\u00dfer Eleganz mit subtilen Tanninen und lebendiger S\u00e4ure.\u00a0<\/p>\n<h3>Die Verkostung des Quintessa 2019<\/h3>\n<p>Die Cuveetierung des 2019ers ist ann\u00e4hernd gleich mit der des 2018ers. Lediglich der Ausbau fiel zwei Monate l\u00e4nger aus. Dieser Jahrgang ist in 60% neuen franz\u00f6sischen F\u00e4ssern ausgebaut worden. W\u00e4hrend der 18er diese fast schon Cabernet-untypische Heidelbeer-Aroma aufwies, begeistert der 19er mit einer reifen, schwarzen Kirsche in der Nase. Dann auch hier die Cassis-Aromatik, getrockneter Thymian, Lorbeer, Muskatnuss, Lakritz, Esplette- Pfeffer, Mandel und Sandelholz. Alle Aromen sind klar definiert, wirken greifbar und klar definiert, nicht schwammig als Potpourri hingeklatscht. Das ist die ganz gro\u00dfe St\u00e4rke der Quintessa- Weine. Kalifornien ja, Napa ja, aber fein, leuchtend, anregend, \u00e4therisch, eigenst\u00e4ndig und handwerklich bockstark umgesetzt. Am Gaumen dann reife Erdbeere, hier auch die typische Eisen- Aromatik, Cassis mit knackigem Biss, holl\u00e4ndische Lakritz. Fulminant im Finish mit gutem Schub im Nachhall. Bleibt im direkten Vergleich etwas l\u00e4nger am Gaumen als der 2018er Quintessa. Wohl auch den etwas w\u00e4rmeren Temperaturen ds Jahrgangs geschuldet. Wieder ein Quintessa zum Verlieben. Und die Liebe zu diesem Jahrgang kann viele Jahr andauern. Wenn sie nicht bereits jetzt so verf\u00fchrerisch schmecken w\u00fcrde!<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor Kurzem erkl\u00e4rte mir ein von mir sehr gesch\u00e4tzter Weinfreund, dass er Rutherford gerne mit dem Pauillac vergleiche, als wir auf das Anbaugebiet nahe des San Francisco Bay zu sprechen kamen. 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